Projekt

Das im Oktober 2016 gestartete Projekt „Smart Sensor-based Digital Ecosystem Services“ (S2DES), unterstützt von der Sächsischen Aufbaubank im Förderprogramm InnoTeam, beschäftigt sich mit der domänenübergreifenden wirtschaftlichen Nutzung von Sensordaten. 

Das aus wissenschaftlichen und wirtschaftlichen Partnern bestehende Konsortium befasst sich mit der Fragestellung, welche Mehrwerte bei einer Nutzung von Sensordaten über Domänengrenzen hinweg entstehen und wie diese übergreifend genutzt werden können. So tauschen beispielsweise Agrarbetriebe Daten über Bodenqualität, Schädlingsbefall und weitere wachstumsbeeinflussende Faktoren nicht nur untereinander aus, sondern verknüpfen Umweltdaten mit weiteren Daten und Ergebnissen aus Forschungsprojekten, um ihre Erträge zu optimieren. Gleiches gilt für andere Bereiche:  Informationen aus der Hausautomatisierung (Smart Home) lassen sich nicht nur von den Bewohnern direkt nutzen (z.B. zur Haussteuerung, Lichtsteuerung oder Energieeinsparung durch intelligente Systeme), sondern auch von anderen Dienstleistern, wie ambulanten Pflegediensten oder Familienservices. Allen Beispielen gemeinsam ist, dass durch den Informationsaustauch und die Überwindung von Domänengrenzen ein erheblicher Mehrwert aus bereits vorhandenen Informationen erschlossen werden kann. 

© André Künzelmann / Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung GmbH – UFZ
© André Künzelmann / Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung GmbH – UFZ
© André Künzelmann / Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung GmbH – UFZ

Basis für die Umsetzung sind smarte, hoch flexible und modulare Informationssysteme, die die Bereitstellung und Nutzung von Sensordaten durch unterschiedliche Nutzergruppen unterstützen, große Datenmengen verarbeiten, Expertenwissen in Form von Methoden beliebig integrieren sowie kooperative Marktplatzfunktionalitäten für die wirtschaftliche Verwertung anbieten können. Die dafür erforderliche Referenzarchitektur sowie geeignete integrierte Modelle für eine unternehmensübergreifende Plattform sollen im Projekt entwickelt werden. Ein weiteres Projektziel ist die Erarbeitung eines Qualifizierungskonzeptes für Unternehmen, die Daten und/oder Methoden im Verbund domänenübergreifend nutzen möchten. Eine besondere Rolle spielen dabei Validierungsszenarios in den drei Domänen UMWELT, ENERGIE und GESUNDHEIT, anhand dieser die übergreifenden Konzepte entwickelt und erprobt werden.

© Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung GmbH – UFZ
© Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung GmbH – UFZ

Das von den Professoren Rainer Alt und Bogdan Franczyk des Instituts für Wirtschaftsinformatik der Universität Leipzig initiierte Projekt vereint neben Forschungseinrichtungen und innovativen Unternehmen aus Sachsen auch zahlreiche assoziierte Validierungspartner. Zu den Kernpartnern zählen neben den Professuren Anwendungssysteme in Wirtschaft und Verwaltung sowie Informationsmanagement des Instituts für Wirtschaftsinformatik das Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung, das Institut für Angewandte Informatik e.V., die Agri Con GmbH, die Data Virtuality GmbH, die Meier-NT GmbH, die Gesundheitsforen Leipzig, die SQL Projekt AG sowie die vital.services GmbH.